Die Villa Tummeley - Orangerie Tiefer See

Die denkmalgeschützte Villa Tummeley befindet sich in der Berliner Straße 29, im Potsdamer Stadtteil Berliner Vorstadt.
Gebaut wurde die Villa zwischen 1847-48 von dem Architekten Moritz Gottgetreu, der an der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel in Berlin studierte und in Babelsberg Bauleiter war. Bauherr war der Kaufmann und Zuckersiedereibesitzer Eduard Tummeley. Der Garten, einst vom Hofgärtner der Pfaueninsel, Gustav Adolph Fintelmann gestaltet, führt zum Ufer des Tiefen Sees (Tiefer See) auf dessen gegenüberliegender Seite sich der Park Babelsberg mit dem Schloss Babelsberg und seinen Nebengebäuden erstreckt.

König Friedrich Wilhelm IV. prüfte damals persönlich ob der Bau der Villa Tummeley auch mit dem Kleinen Schloss im Park Babelsberg harmonierte. Schon auf den ersten Blick fällt die architektonische Verwandtschaft der Villa Tummeley mit den Bauten im Park Babelsberg auf, insbesondere mit dem Kleinen Schloss, welches sich direkt am Ufer des Tiefen Sees (Tiefer See) befindet. Mitte des 19.Jahrhunderts war der englische Tudorstil weitverbreitet und viele Elemente wurden für die Villa Tummeley übernommen. Der Hauptbau an der Berliner Strasse liegt zwischen einem zinnenbekrönten Turm und einem Giebelrisalit.

Die Berliner Vorstadt gehört zu den drei nördlichen Vorstädten Potsdams, die im 18.Jahrhundert vor der ehemaligen Stadtmauer Potsdams entstanden. Sie erstreckt sich auf einer Landzunge zwischen Jungfernsee, Tiefer See und Heiliger See und nähert sich im Osten dem Park von Glienicke, im Süden dem Babelsberger Park. Zusammen mit dem Park Sanssouci, dem Neuen Garten, Sacrow und der Pfaueninsel bilden diese Landschaften ein Gesamtensemble, welches seit 1996 zum Welterbe der UNESCO gehört. Umgeben von dieser einzigartigen Potsdamer Kulturlandschaft mit ihren Schlössern und Gärten befindet sich die Berliner Straße, die Richtung Westen zur Potsdamer Innenstadt führt und Richtung Osten zur berühmten Glienicker Brücke.

Hier am Brückenschlag nach Berlin, schuf sich König Friedrich Wilhelm IV., der Romantiker auf dem Thron, zusammen mit dem Architekten Karl Friedrich Schinkel und dem Gartenbaukünstler Peter Joseph Lenné sein Arkadien. Er verband die verschiedenen Gartenanlagen mit Sichtachsen und architektonischen Blickpunkten zu einem Gesamtkunstwerk, welches sich nirgends besser erleben lässt als hier in der Berliner Vorstadt. Schon Alexander von Humboldt, der jahrelang die Welt bereiste, zog es oft nach Potsdam und er soll die Aussicht von der Glienicker Brücke, als einen der sieben schönsten Blicke der Welt bezeichnet haben.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann der in der Berliner Vorstadt vorherrschende Villenbau, in der Gründerzeit und bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch mehrgeschossige Wohnhäuser errichtet. Dominierend sind die einzelnen Villen mit ihren ausgedehnten Gärten, die oft zum Ufer einer der Seen führen.

Am 04.05.2005 hat die Stadtverordneten Versammlung Potsdam eine Satzung zum Schutz des Denkmalbereichs der gesamten Berliner Vorstadt beschlossen und damit dieses gesamte Vorstadtensemble unter Baudenkmalschutz gestellt.

Heute ist die Berliner Vorstadt eines der exklusivsten Wohnviertel Potsdams. Zum einen bietet sie einen hohen Naherholungswert mit den Welterbestätten Neuer Garten und Babelsberger Park, sowie mit weitläufigen Fahrrad- und Wanderwegen. Zum anderen prägen auch kulturelle Einrichtungen wie das Hans-Otto-Theater und der Kulturstandort „Schiffbauergasse“ das Bild der Berliner Vorstadt.

Beide sind in 5 Minuten fußläufig von der Berliner Straße 29 aus zu erreichen. Drei Kitas befinden sich in unmittelbarer Nähe, Schulen sind ebenfalls gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen (max. 15 Minuten). Mit der Straßenbahnlinie 93 erreichen sie die Innenstadt von Potsdam sowie in 12 Minuten den Potsdamer Hauptbahnhof und mit der Buslinie 316 den Bahnhof Wannsee in Berlin.